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Titelbild Leitstelle_edited.jpg

BEDARFSGERECHTE TISCHBESETZTZEITEN

Bemessungsgrundsätze zur Ermittlung bedarfsgerechter Tischbesetztzeiten von Leitstellen

Abfragesicherheit

Die Gesprächszeit aller erfassten Auskunfts- und Hilfeersuchen bildet die Grundlage der daraus abgeleiteten Wartezeit. 

Die Wartezeit bildet unter dem Gesichtspunkt der uneingeschränkten Leitstellenerreichbarkeit ohne Zeitverzug über den Notruf 112 die Grundlage für die risikoabhängige Bemessung und Ermittlung der bedarfsgerechten Besetzung der Einsatzleitplätze. Die bedarfsgerechte Besetzung der Einsatzleitplätze sichert die unmittelbare Abfrage akustisch/optisch signalisierter Anrufe.

Bearbeitungssicherheit

 

 

Die Gesamtbearbeitungszeit der disponierten Einsätze bildet unter dem Gesichtspunkt
der daraus planerisch  resultierenden Arbeitsleistung die  Grundlage der  frequenzab-
hängigen Bemessung der bedarfsgerechten Tischbesetzung der Einsatzleitplätze zur
Einsatzbearbeitung (Bearbeitungssicherheit).

Mindestbesetzung

 

 

 

 

 

In der Leitstelle sind unabhängig von den Bemessungsergebnissen der Abfragesicher-
heit und der Bearbeitungssicherheit mindestens zwei Tischfunktionen rund um die Uhr
zu besetzten (Mindestbesetzung).

DATENQUALITÄT

Das Anruferaufkommen einer Rettungsleitstelle gliedert sich grundsätzlich in

  • Hilfeersuchen zu Notfällen und Krankentranporten

  • Auskunftsersuchen

Sankey_Anrufaufkommen.png

Die Leistungsdaten werden aufbereitet, kontrolliert und bereinigt. Der endgültig für weitere Berechnungen verwendete Datenbestand wird mit dem Auftraggeber abgestimmt.

Aus diesen lassen sich dann z.B. grundlegende Angaben zur Anrufdichte im Jahresverlauf visualisieren.

ERGEBNIS

Ergebnis ist eine fachlich saubere transparente und nach Aufgabenbereich differenzierte Datenbasis zur Ermittlung bedarfsgerechter Tischbesetztzeiten.

MODELLGRUNDLAGEN

Unsere Methodik wurde in jahrelanger Forschung entwickelt und steht damit auf einer fundierten wissenschaftlichen Grundlage, die den allgemeinen anerkannten Regeln der Technik entspricht. Die wissenschaftliche Methodik spiegelt sich in den sogenannten "Bayerischen Standards" wieder. Der wissenschaftliche Ansatz erlaubt auch eine Weiterentwicklung zur bedarfsgerechten Bemessung von Gesundheitsleitstellen.

BEMESSUNGSGRUNDSATZ ABFRAGESICHERHEIT

Die Gesprächszeit bildet unter dem Gesichtspunkt der uneingeschränkten Leitstellenerreichbarkeit über die Notrufnummer 112 und andere Rufnummern (z. B. die Rufnummer 19222) die Grundlage der risikoabhängigen Bemessung der bedarfsgerechten Besetzung der Einsatzleitplätze zur unmittelbaren Abfrage akustisch/optisch signalisierter Anrufe (Abfragesicherheit).

BEMESSUNGSGRUNDSATZ BEARBEITUNGSSICHERHEIT

Die Gesamtbearbeitungszeit der disponierten Einsätze bildet unter dem Gesichtspunkt der daraus resultierenden Arbeitsleistung die Grundlage der frequenzabhängigen Bemessung der bedarfsgerechten Tischbesetzung der Einsatzleitplätze zur Einsatzbearbeitung (Bearbeitungssicherheit). Der Begriff Einsatz bezieht sich dabei auf das Ereignis und nicht auf Einsatzfahrten (Alarmierungen).

Grafik Bearbeitungssicherheit.jpg

BEMESSUNGSGRUNDSATZ MINDESTVORHALTUNG

In der Leitstelle sind unabhängig von den Ergebnissen der risiko- bzw. frequenzabhängigen Bemessung aus Sicherheitsgründen mindestens zwei Funktionen rund um die Uhr vorzuhalten (Mindestvorhaltung.

GRUNDSÄTZLICHER ABLAUF ZUR ERMITTLUNG
DER BEDARFSGERECHTEN TISCHBESETZTZEITEN EINER LEITSTELLE

Bemessungsablauf Iteration.jpg

Ergebnisdarstellung

Der IT-gestützte Arbeitsprozess von Annahme und Vergabe in der jeweiligen Leitstelle kann nach dem Sachbearbeiter-Verfahren oder dem Calltaker-Dispatcher-Verfahren erfolgen. 

 

In der Ergebnisdarstellung der Tischbesetztzeiten ist das Ergebnis für das Sachbearbeiter-Verfahren aufgeführt, wonach vom selben Disponenten multifunktional die beiden Teilprozesse Annahme (Abfrage) und Vergabe (Alarmierung/Einsatzbegleitung) nacheinander ausgeführt werden. Eine Ermittlung der Tischbesetztzeiten ist auch für Calltaker-Dispatcher-Verfahren möglich.

Die Erweiterung des Referenzmodells zur Bemessung der Tischbesetztzeit in einer Leitstelle in Abhängigkeit vom Gesprächs- und Einsatzaufkommen um ausgewählte Qualitätsparameter ermöglicht die objektive Überprüfung und Bewertung der Bemessungsergebnisse. 

 

Die Ermittlung der erwarteten rechnerischen maximale mittlere Wartezeit über alle Anrufe für den gewählten Planungsansatz ist dabei ein objektives Maß für die Qualität des Bemessungsergebnisses nach den „Bayerischen Standards“, indem die zu gewährleistende personelle Erreichbarkeit der Leitstelle bewertet werden kann und vergleichbar über alle bemessungsrelevanten Zeitintervalle ist.

Ergebnis Leitstelle Auslastung.png

Simulation von Dispositionsstrategien

Die Disposition der Leitstelle hat wesentliche Auswirkungen auf die Arbeit des Rettungsdienstes. Gleichzeitig bedingt eine veränderte Rettungsdienstinfrastruktur (Anzahl und Positionierung der Rettungswachen, Anzahl, Schichtzeiten und Positionierung der Einsatzmittel usw) erheblich die Möglichkeiten des Disponenten. Um das Zusammenspiel von Infrastruktur und Dispositionsstrategie abschätzen zu können, haben wir ein Simulationstool entwickelt, in dem verschiedene Scenarien simuliert werden können. Hierdurch können "Was-Wäre-Wenn ?" Überlegungen duchgespielt und Auswirkungen abgeschätzt werden.  Im folgenden sind 2 Simulationsscenarien als Videos dargestellt.

Legende:

Legende.jpg

Die Nummer im jeweiliegen Oval stellt die Nummer des Einsatzmittels dar. Während der Fahrt wird jeweils die Position des Einsatzmittels am Anfang und am Ende der betrachteten Minute dargestellt.

Szenario 1: Die 4 RTW (1 bis 4) werden streng nach Nächstes-Fahrzeug-Strategie disponiert. 

Szenario 2: 3 RTW (2 bis 4) werden streng nach Nächstes-Fahrzeug-Strategie disponiert. Der RTW 1 agiert als Springer und übernimmt die Rolle eines der RTW 2 bis 4, wenn dieser in einem Einsatz gebunden ist. 

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